WCW Monday Nitro

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WCW Monday Nitro
Daten
Titel WCW Monday Nitro
Produktionsland USA
Produktionsjahr 4. September 1995 – 26. März 2006
Länge 1 (1995), 2 (1996-1998, 2000-2001) oder 3 (1998-2000) Stunden pro Episode
Titelsong "Purity V.3";"Adrenaline V.1" von Purity
Idee Eric Bischoff
Ted Turner
Genre Sports Entertainment
Professional Wrestling
Erstausstrahlung 4. September 1995
Sender TNT
Episodenanzahl 286
Regelmäßigkeit wöchentlich
Darsteller WCW Roster
Kommentatoren Jim Ross, Eric Bischoff, Mike Tenay

WCW Monday Nitro war die wöchentlich live ausgestrahlte TV Show von World Championship Wrestling. Erschaffen wurde sie vom Besitzer der WCW, Medienmogul Ted Turner und Executive Vice President Eric Bischoff. Zur Prime Time-Zeit am Montagabend wurde die Show auf dem Sender TNT zeitgleich mit der Konkurrent von [[World Wrestling Entertainment|World Wrestling Federation]s Monday Night RAW ausgestrahlt und führte damit zum Beginn der berühmten Monday Night Wars. Die Debütepisode fand seine Ausstrahlung am 4. September 1995, die letzte Episode am 26. März 2001. Die Mondy Night Wars überdauerten ganze sechs Jahre und ließen die beiden konkurrierenden Promotionen hinterhältige Taktiken im Showkonzept entwickeln, die dem jeweiligen Konkurrenten das Rückgrat brechen sollten. Auf diese Weise schaukelte sich der Konflikt immer weiter hoch und Mitte 1996 gelang es Nitro durch die populäre nWo-Storyline für einige Zeit die Oberhand in diesem Konflikt zu gewinnen. Durchgängige 84 Wochen erzielte Nitro höhere Ratings und Zuschauerzahlen als der Konkurrent WWF, doch mehr und mehr begann ihre populäre nWo-Storyline an Brisanz zu verlieren und so übernahm nach diesem Zeitraum die WWF wieder die Überhand. Der endgültige Wendepunkt stellte sich schließlich am 4. Januar 1999 ein, als die Taktik der Company, die aufgezeichneten Ergebnisse der WWF bereits im Vorfeld bekanntzugeben, sich als Eigentor erwies und viele Nitro Zuschauer zum angekündigten Titelgewinn des Ex-WCW Wrestlers Mick Foley den Kanal zu Monday Night RAW wechselten. Ab diesem Zeitpunkt gelangte die WCW nie wieder zu ihrer einstigen Dominanz und dem Erfolg, den sie zuvor gehabt hatte. Neben dem Übertragen aus verschiedenen über das ganze Land verstreuten Arenen wurde Nitro auch in den Disney-MGM Studios in Florida aufgezeichnet. Gelegentliche Jubiläums-Editionen wurden in Panama City Beach, ebenfalls in Florida, aufgezeichnet. Alle Rechte von WCW Monday Nitro liegen nun der WWE vor.

Geschichte

Debüt-Episode

Die erste Episode von Nitro wurde aus der „Mall of America“ aus Bloomington in Minnesota übertragen. Die Showdauer betrug eine Stunde, in welcher die Matches Jushin Liger vs. Brian Pillman, Ric Flair vs. WCW United States Heavyweight Champion Sting und WCW World Heavyweight Champion Hulk Hogan vs. Big Bubba Rogers stattfanden. Highlight der Show war vor allem das überraschende Debüt des WWF-Topstars Lex Luger für die WCW. Die Brisanz seines Debüts wurde zudem von dem Fakt, dass er eine Nacht zuvor noch für den direkten Konkurrenten WWF angetreten war, noch verstärkt und erzeugte zeitgleich erstmals das Gefühl bei Nitro, dass alles passieren könne. Diese Atmosphäre kam vor allem dem baldigen Debüt der Ex-WWF Topstars Scott Hall und Kevin Nash im folgenden Jahr zu Gute.

Monday Night Wars

Bald schon etablierte sich ein fester Konflikt zwischen der WWF und der WCW um die konkurrierenden TV Shows, der sich hauptsächlich um das Halten der eigenen Wrestler und die Ratings und Zuschauerzahlen der eigenen Shows drehte. Diese Ära wurde schnell als die der Monday Night Wars bekannt. Nach einiger Zeit der ebenbürtigen Konkurrenz gewann die WCW schließlich die Oberhand und Nitro gewann das Rennen um Ratings und Zuschauerzahlen gegen Monday Night Raw für 84 Wochen in Folge, bis der WWF schließlich wieder durch die aufkommende Attitude Ära der Rückschlag gelang. Auf dem Höhepunkt der Rivalitäten kam es sogar zu persönlichen Beleidigungen zwischen den Promotion-Oberhäuptern. Eric Bischoff forderte Vince McMahon sogar für den PPV Slamboree 1998 zu einem Match heraus, doch dieser erschien nie und so wurde Bischoff zum Gewinner via Count Out erklärt.

Anfänglicher Erfolg

Zu Beginn feierte Nitro seine Erfolge hauptsächlich wegen des äußerst exklusiven Rosters an Wrestlern. Randy Savage und Hulk Hogan waren die damaligen Top Stars im Wrestling-Business, die nun statt bei der WWF bei WCW und Nitro auftraten und somit die Zuschauer den Sender wechseln ließen. Auch die Cruiserweight-Wrestler waren ein Mittel, mit dem Nitro Zuschauer anwerben konnte, denn diese wussten die kleineren und athletischeren Wrestler durch ihre spektakulären High Flying-Moves mehr als gut zu unterhalten, zudem füllten sie eine Marktlücke auf dem amerikanischen Wrestlingmarkt, da die WWF eine solche Division nicht vorweisen konnte. Mit der Einführung der New World Order gelang Monday Nitro schließlich die endgültige Übernahme der Ratings in den Monday Night Wars. Die ehemaligen WWF Top-Stars Scott Hall, Kevin Nash und der zum Heel geturnte Hollywood Hulk Hogan (was in Anbetracht seiner früheren Popularität immer ein Ding der Unmöglichkeit dargestellt hatte) sowie deren neue nWo-Storyline schienen die Company in eine glorreiche Zukunft zu führen. Da Nitro zudem live ausgestrahlt wurde und nicht wie RAW aufgezeichnet war, war es außerdem um einiges unberechenbarer und spannender. Kombiniert mit der anarchistischen nWo schalteten deswegen immer mehr Fans ein, um zu sehen, was das Heel-Stable als nächstes tun würde. Im Mai 1996 erweiterte WCW seine Sendezeit zudem auf zwei Stunden, die WWF wartete mit dieser Veränderung noch ein ganzes Jahr. Im Januar 1998 kam sogar noch eine dritte Stunde hinzu, da WCW immer noch die populärste Promotion des Landes war und der Sender TNT Vertrauen zu ihr gewonnen hatte.

Erfolge im United Kingdom

Monday Nitro feierte auch auf den britischen Inseln große Erfolge. Neben Fußball und dem Konkurrenten Monday Night RAW war es die am dritthäufigsten gesehene Show im britischen Kabelfernsehen, konnte jedoch anders als in den Staaten die „Friday Night Wars“ (da Monday Nitro und Monday Night RAW hier ebenfalls zeitgleich am Freitagabend gesendet wurden) nie für sich entscheiden. Dies lag vor allem daran, dass Monday Night RAW wesentlich mehr von Sky Sports beworben wurde und sich die britische Version des Senders TNT nicht des Höhenflugs des Produks Monday Nitro bewusst war. So blieb die Werbung in hohem Maße aus und die WCW hatte es in Großbritannien um einiges schwerer, wenngleich Nitro auch die einzige echte TV Show des Senders war, dieser übertrug nämlich hauptsächlich Film-Klassiker wie der nordamerikanische Sender TMC. Von 2000 bis zum Ende der Company im März 2001 wurdeNitro nur noch vom Sender „Bravo“ übertragen. Die Zeitverzögerung gegenüber der amerikanischen Ausstrahlung betrug immer vier Tage, bis zum Wechsel zu Bravo, wo diese auf ganze zwei Wochen ausgedehnt wurde. 2001 ging man wieder auf den Abstand von vier Tagen zurück.

Eric Bischoffs Rolle bei Nitro

Executive Vice President Eric Bischoff wurde als Kommentator schnell die Stimme von Nitro, in Anspielung auf seinen Konkurrenten Vince McMahon, der sich ebenfalls des Öfteren als Kommentator bei RAW versuchte. Im Gegensatz zu McMahon war Bischoff jedoch tatsächlich jahrelang bei AWA Kommentator gewesen war und deswegen qualifizierter wirkte. Er war es auch, der den Sendebeginn ein paar Minuten vor RAW einleitete, damit man die Ergebnisse des aufgezeichneten RAWs bereits im Vorfeld bekanntgeben konnte. Somit nahm man den Fans den Grund zum Wegschalten zur WWF und steigerte die Zuschauerzahlen des live gesendeten WCW Monday Nitros.

RAW macht Boden gut

Während sich die WWF und damit auch RAW wandelte und das neue „WWF Attitude“-Image annahm, stagnierte man bei der WCW und Nitro in den Storylines und Fehden gewaltig. Die nWo hatte ihren Zenit bei weitem überschritten, denn die elitäre Gruppierung um Hulk Hogan verlor eigentlich nie und war zudem maßlos mit (nun auch Midcard-)Wrestlern überladen, sodass die zuvor zugkräftigste Storyline ihre Fahrt verlor und keine hohen Ratings mehr einbrachte. Die einzigen neuen Stars, die erschaffen wurden, waren Goldberg und Diamond Dallas Page. Goldbergs Match gegen Hulk Hogan um die WCW Championship wurde bei Nitro am 6. Juli 1998 übertragen, womit man den Rating-Kampf gegen die WWF zwar deutlich für die Woche gewann, jedoch aus Sicht vieler Experten und Fans (einschließlich Konkurrent Vince McMahon) die Möglichkeiten großer Gewinne durch einen möglichen PPV-Fight der beiden verschenkte. Trotz des Titelgewinns mussten Goldberg und der aufsteigende Diamond Dallas Page immer noch vor der dominierenden nWo zurücktreten, da diese nun in zwei Fraktionen aufgespalten war und erneut alle größeren Storylines des Sommers 1998 dominierte.

Der D-X/Norfolk Vorfall

Beim Konkurrenten WWF verfolgten immer mehr Fans gespannt die Fehde zwischen WWF Besitzer Mr. McMahon und der aufsteigenden Ikone Stone Cold Steve Austin. Auch feierten viele neue Talente ihren Aufstieg, zum Beispiel Triple H und dessen Stable [ D-Generation X]], später auch noch Mankind und The Rock. Der Konkurrenzkampf heizte sich so auf, dass D-X nach Atlanta im US-Bundesstaat Georgia gesendet wurde, um neben dem Hauptquartier von WCW Besitzer Ted Turner ein Segment für die „War“-Storyline zu drehen, wofür diese sogar einen Panzer gestellt bekamen. Das Segment wurde schließlich am Abend ausgestrahlt, als RAW und Nitro sehr nah beieinander ausgestrahlt wurden (beide Shows in Virginia, Raw in Hampton und Nitro in Norfolk) und zeigte, wie D-X vor der Norfolk Scope-Arena, in der [WCW Monday Nitro|Nitro]] ausgestrahlt wurde mit ihrem Panzer standen und sich mit WCW Fans unterhielten. Diese äußerst dreiste Aktion führte zu einem weiteren Skandal zwischen den beiden Promotionen und sogar zu einer Klage, da in dem Segment seitens D-X die Aussage gemacht wurde, WCW hätte Tickets umsonst verschenkt, um die Arena vollzubekommen.

Veränderungen

Als RAW zunehmend wieder an Ratings gewann und WCW vom Thron zu stoßen drohte, versuchten Bischoff und die WCW Offiziellen durch eine Reihe schneller und schwerwiegender Veränderungen dem rasch entgegenzuwirken. Alle Versuche und kleinen Veränderungen führten jedoch nur zu kurzzeitigen wöchentlichen Rating-Gewinnen gegen die WWF und hinderten diese im Großen und Ganzen nicht an deren Aufstieg. Besonders der Mangel an jungen Stars, den Nitro vorzuweisen hatte, fiel dabei schwer ins Gewicht, da die WWF als Gegenteil in junge Talente investierte. WCW dagegen legte sich auf ihre Veteranen Hulk Hogan und Randy Savage als treibende Kräfte fest, was jedoch mehr und mehr zu einem Misserfolg wurde. Klarer denn je wurde die Unterschätzung der jungen Talente mit dem Wechsel Chris Jerichos 1999 zur WWF, wo dessen wahres Talent erkannt wurde, weswegen er umgehend mit Topstar The Rock zu fehden begann – in der WCW war ihm gesagt worden, er sei zu klein, um Tickets an den Mann zu bringen.

Nitro am 4. Januar 1999

Bischoffs Spoiler-Taktik mit Bekanntgabe der WWF-Ergebnisse schnitt der WCW am 4.1.’99 tief ins eigene Fleisch und markierte den Punkt des Abfalls der [[World Championship Wrestling|WCW]. Mick Foley war in den frühen 1990er-Jahren als Cactus Jack für die [[World Championship Wrestling|WCW] aufgetreten und nun bei der WWF unter Vertrag, wo er just in dieser RAW-Ausgabe die [[WWE Championship|WWF Championship] als Mankind errungen hatte. Bei der üblichen vorzeitigen Bekanntgabe der Ergebnisse ließ dieses Ergebnis nun aber entgegen der Absichten der Offiziellen die Zuschauer nicht Nitro weiterverfolgen, sondern zu RAW umschalten, um den Titelgewinn Foleys mit zu verfolgen. Der Gewinn der Rating-Wars ging in dieser Ausgabe deutlich an RAW und auch in der Folgezeit gewann die WCW diese Duelle nur noch vereinzelt. Was noch weiter zur Katastrophe beisteuerte war der Umstand, dass Hulk Hogan, den die meisten Fans mittlerweile nicht mehr sehen konnten, erneut sein Comeback für die WCW gab, die WCW World Heavyweight Championship gewann und die beiden nWo-Fraktionen wieder vereinigte – womit man wieder an einem kreativen Tiefpunkt angelangt war.

Nitro unter Vince Russo und Ed Ferrara

Mit sinkender Popularität der WCW brach schlussendlich immer mehr Panik aus und die Ex-WWF Writer Vince Russo und Ed Ferrara wurden unter Vertag genommen, um frischen Wind in das Programm rund um die WCW und Nitro zu bringen. Sie versuchten Nitro nun mehr nach dem Prinzip von RAW zu gestalten – kantigere Storylines, längere Segmente ohne Wrestling und die höhere Fokussierung auf Erotik. Die dritte Stunde von Nitro wurde wieder weggekürzt und man kletterte im Time Slot eine Stunde nach oben, sodass nur noch die zweite Stunde in Konkurrenz zur ersten Stunde von RAW stand. Obwohl Russos Veränderungen Nitros Programm strafften (Nitro war zuvor für die ereignislose erste Stunde ohne viel Wrestling kritisiert worden), ging dennoch immer noch eine ganze Stunde voller Werbefläche verloren und glich die möglichen sich erschließenden Vorteile wieder negativ aus. Eric Bischoff wurde ebenfalls erneut angestellt und versuchte, ein festes Booking-Team mit Russo zu bilden, um die Probleme Nitros zu beseitigen, doch alle Versuche schlugen fehl. Das einst so hochkarätige Nitro litt unter einem Mangel an präsenten Wrestlern, da die zuvor misshandelten Talente unlängst kollektiv den Wechsel zur WWF angetreten hatten. Bischoff und Russo verhielten sich zudem in ihrer Teamchemie wie Feuer und Wasser, da der eine jeweils des anderen Bookingsstils nicht ertragen konnte. Bischoff verließ die Company im Juli 2000 endgültig nach einem Vorfall zwischen Hogan und Russo, wodurch Russosämtliche Kontrolle über die Produktion in der WCW erlangte. Dies verschlechterte die Lage nochmals und die Ratings stürzten nach kurzem Aufstieg wieder auf neue Tiefs ab, die völlig außer Konkurrenz zur WWF liefen (als Beispiel hatte RAW im Dezember ein Rating von 5.75, während Nitro gerade einmal 1.8 Punkte erzielen konnte). Besitzer-Firma Time Warner gab die Company schließlich März 2001 auf und sah sich schnell nach einem Käufer um.