World Championship Wrestling

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World Championship Wrestling Inc.
Wcw.jpg
Daten
Name World Championship Wrestling Inc.
Unternehmensform Limited Liability Company
Gründungsdatum ca. 1988
Gründer Ted Turner
Sitz Atlanta, Georgia, Vereinigte Staaten
Wichtige Personen Ted Turner
Eric Bischoff
Besitzer Ted Turner
Mutterkonzern Time Warner
Branche Sport-Unterhaltung
Homepage keine

World Championship Wrestling war eine amerikanische Wrestling-Promotion, die in ihrer populärsten Form von 1988 bis 2001 aktiv war. 2001 wurde sie von der World Wrestling Federation aufgekauft und unterliegt dem Unternehmen seither als Tochtergesellschaft. Ihren Heimatsitz hatte die Promotion in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, wo es wie viele andere Promotionen auch als lokale Promotion Teil des großen Wrestling-Verbundes National Wrestling Alliance (NWA) wurde und den Namen „Jim Crockett Promotions“ bekam. Diesen hielt es bis zum November des Jahres 1988, als es vom Milliardär Ted Turner und seiner Firma „Turner Broadcasting“ aufgekauft und in „World Championship Wrestling“ (WCW) umbenannt wurde. Turner besaß die Promotion bis zum neuerlichen Aufkauf 2001 vom Konkurrenten WWF, mit denen man sich bis dahin die Monday Night Wars geliefert hatte. Bis zu ihrer Schließung erfreute sich die WCW jedoch hoher Popularität, die sie lange Zeit finanziell und ökonomisch stabil werden ließ. Gründe für diese Popularität waren vor allem der erfolgreiche Executive Producer Eric Bischoff, das Anwerben vom damaligen Top-Superstar Hulk Hogan in die wöchentliche TV-Show WCW Monday Nitro und das Einbringen kreativer Konzepte wie das Stable New World Order. Mit den Jahren tauchten allerdings auch immer mehr Probleme innerhalb der Promotion auf und führten letztendlich zum Fall der WCW.

Geschichte

Die Geschichte der WCW befasst sich mit den Ereignissen der amerikanischen Wrestling Promotion zwischen 1988 und 2001, vom Beginn als Teil der NWA über den Kauf durch Medienmogul Ted Turner bis hin zu den Monday Night Wars mit Konkurrent WWF und zum Ende der WCW, das in den Aufkauf durch den größten Konkurrenten führte.

Bestandteil der NWA

Die erste Promotion, die den Namen World Championship Wrestling in den USA benutzten, war Georgia Championship Wrestling, eine der großen NWA Promotionen, deren Besitzer zum damaligen Zeitpunkt Jack und Gerald Brisco waren, Ole Anderson fungierte als Booker. Aufgrund ihrer Popularität war es schließlich auch Georgia Championship Wrestling, die mit einer wöchentlichen Show einen Platz im Kabelfernsehen erlangte. Zum etwa gleichen Zeitpunkt begann auch der aufstrebende Vince McMahon im Wrestling-Geschäft aufzusteigen, da er 1980 seine eigene Firma, Titan Sports Inc. gründete, deren größter Bestandteil die Promotion Capitol Wrestling Corporation war, die McMahon seinem Vater abgekauft hatte. Es entstand die World Wrestling Federation, die unter Führung McMahons schnell die populärste in ganz Nord-Amerika wurde. Aufgrund dieser hohen Popularität sah sich Georgia Championship Wrestling gezwungen, in den direkten Wettbewerb mit der WWF einzusteigen und benannte die eigene TV-Show in „World Championship Wrestling“ um, da man ohnehin nicht mehr nur in Georgia, sondern auch in Michigan und Ohio Shows abhielt und noch kommerzieller werden wollte. Diese Bemühungen halfen der Promotion schließlich auch im Wettbewerb mit der WWF nicht unterzugehen, da beide Promotionen nun TV-Deals hatten und dadurch versuchten, sich als Nr. 1 auf nationaler Ebene durchzusetzen. GCW gelang es ferner sogar, sich kurzzeitig über die WWF hinwegzusetzen, bis sich diese jedoch aus dem nationalen Wrestling-Verbund NWA loslösen konnte und unabhängig agierte, sodass die eigene TV Show WWF All American Wrestling entstand, die die WWF wieder an die Spitze brachte. Auf Seiten der NWA konterte Jim Crockett mit dem Kreieren von Starrcade, einem jährlichen PPV (gleichzusetzen mit WWFs WrestleMania), der ebenfalls marketingtechnisch einschlug, jedoch die WWF nicht von der Führungsposition verdrängen konnte, da Vince McMahon mit Hulk Hogans Aufsehen erregendem Titelgewinn im Madison Square Garden Januar 1984, der den aufstrebenden Hogan endgültig als Top-Babyface der Wrestling-Szene etablierte, erneut die größere Menge an Aufmerksamkeit auf sich zog. Ein weiterer Vorteil wurde die neu kreierte TV Show „Tuesday Night Titans“.

Am 9. April 1984 verkauften Jack und Gerald Brisco ihre Anteile an GCW, die auch den TV-Deal mit CBS enthielten, an Vince McMahon. GCWs Zuschauer waren jedoch nicht am an Gimmicks orientierten Stil der WWF interessiert und bevorzugten den Fokus auf das Wrestling an sich. Umso schlimmer wurde es für die GCW-Fans, als sie am 14.7. TBS einschalteten und das Programm der WWF sahen, die nun auf dem ursprünglichen Time Slot der GCW senden konnten. Dies verursachte große Aufruhr unter den Fangemeinden, die sich daraufhin kollektiv beim Sender beschwerten und die Rückkehr von GCW forderten. Dieser Tag ist seitdem als „Black Saturday“ in der Geschichte des Wrestlings verankert. Was die Situation noch weiter verschärfte war die Tatsache, dass die WWF nicht einmal wie ursprünglich ausgemacht eine neuartige eigene TV Show ähnlich dem bereits existenten „Tuesday Night Titans“ ausstrahlte, sondern lediglich eine Sammlung von Clips aus verschiedenen anderen WWF Programmen. Dies führte wiederum zum Ärger von Ted Turner, dem das Medien-Netzwerk gehörte. Sein Ärger war es letztlich auch, der zum Abbruch des Sendens der WWF Show führte. Zu Turners Glück lag die GCW aber nicht in Schutt und Asche, da Booker Ole Anderson seine Anteile an der Company nicht verkauft hatte, sodass er mit ihm und den verbliebenen Anteilhabern Fred Ward und Ralph Reed zusammenarbeiten konnte, um „Championship Wrestling from Georgia“ zu kreieren. Turner sorgte in kurzer Zeit für einen neuerlichen TV Deal, ebenso für eine Zusammenarbeit mit Bill Watts Promotion „Mid-South Wrestling“.

Jim Crockett Promotions

Im März 1985 verkaufte McMahon seinen TBS Time Slot sowie den Namen World Championship Wrestling an Jim Crockett Promotions (JCP), eine Promotion, welche Eigentum von Jim Crockett Jr. war und von diesem sowie einem im Hintergrund agierenden Ted Turner geleitet wurde. Ungeachtet dessen hatte sich die WWF mit ihrem größten Superstar Hulk Hogan und dem Erfolg der ersten WrestleMania über sämtliche Konkurrenz hinweggesetzt und so wurde das primäre Ziel des neuen World Championship Wrestling|World Championship Wrestlings, sich selbst nach dem Black Saturday wieder in bessere Form zu bringen. Dies gelang auch nach kurzer Zeit und Championship Wrestling from Georgia wurde schnell zur Top-TV Show auf TBS, was Jim Crockett Jr zudem die zweite NWA Präsidentschaft in seiner Karriere einbrachte. Diese zweite Präsidentschaft führte dazu, dass Jim Crockett Promotions große Teile der NWA kontrollierte, so beispielsweise in North und South Carolina, Georgia und St. Louis. Schließlich vereinigte man alle NWA Promotionen, die man kontrollierte und erschuf „NWA World Championship Wrestling“. Wieder kam es aufgrund der beidseitigen Popularität zu einer Fehde zwischen Crockett und der WWF, nachdem sich beide Promotionen gegenseitig versuchten um einen TV-Platz zu bringen. Schließlich fuhr die WWF erneut einen Teil-Sieg ein, da sie große Popularität in St. Louis und dem Rest von Missouri erlangen konnten und somit Probleme in den dort ansässigen NWA Teil, NWA Central States brachte. Auch im Rest des Landes wurde die WWF immer populärer, da eine groß angelegte Fehde zwischen Hulk Hogan und Paul Orndorff großes Aufsehen erregte und der Company großen Erfolg einbrachte. All die folgende Aufregung ließ zudem Bob Geigel Jim Crockett als NWA Präsidenten verdrängen. Noch im selben Jahr kaufte JCP „Heart of Aerica Sports Attractions“, was ihnen das Recht einbrachte, Wrestling-Shows in Kansas, Missouri und Iowa zu promoten.

Agieren auf nationaler Ebene

1987 ging JCP eine Vereinbarung mit Championship Wrestling from Florida ein, die volle Kontrolle über die Promotion und damit auch über die Region Florida einbrachte (gekauft wurde die Promotion jedoch nie). Selbiges gelang mit Universal Wrestling Federation, welches die Staaten Oklahoma, Mississippi, Arkansas und Texas einschloss. Diese Erfolge halfen ein drittes Mal dazu, Jim Crockett wieder zum NWA Präsidenten zu machen. Die Territorien in Florida und im mittleren Süden wurden ebenfalls in die WCW aufgenommen, sodass Jim Crockett Promotions nun NWA St. Louis, Universal Wrestling Federation, Mid-Atlantic, Central States Wrestling, Championship Wrestling from Georgia und Championship Wrestling from Florida gehörten. Mit all diesen neuen Bestandteilen hatte JCP das Ziel, eine national agierende Promotion zu werden, fast erreicht. Nachdem einige weitere Promotionen den NWA -Verbund verließen oder sogar ihre Tore ganz schlossen, so zum Beispiel der einst höchst profitable Bereich Pacific Northwest, war die WCW die letzte große Bastion der NWA und zudem die letzte mit Ausstrahlung im Fernsehen. Da die Wrestling-Fans demzufolge nur noch die WCW als Teil der NWA im Fernsehen zu Gesicht bekamen, begannen viele zu glauben, dass die WCW die NWA selbst sei. Obwohl WCW und NWA immer noch separate Bezeichnungen waren, zudem mit Crockett als NWA und nicht WCW Präsident, wurden sie doch als auf derselben Stufe angesehen. Es schien immer mehr, als sei die einst so große NWA nur noch eine Promotion auf dem Papier, mit dessen zusätzlicher Erwähnung die WCW Vorteile beim Werben für ihre Shows erlangte. Da großes Kapital notwendig war, um all die einzelnen Promotionen an Land zu ziehen, waren die Kassen von JCP verhältnismäßig leer geworden. Die Promotion befand sich nun in derselben Lage wie einst die WWF in den frühen 80er-Jahren, die einen großen Schuldenberg vor sich hatte und den Erfolg abhängig von dem Erfolg von neu etablierten PPVs machen musste. So brachte JCP 1987 Starrcade als Gegenstück zu WWFs erfolgreicher WrestleMania auf den Markt. Da jedoch die WWF ebenfalls den prestigehaltigen PPV Survivor Series für den gleichen Tag bewarb, informierte die größere und dementsprechend auch einflussreichere Company schlicht die Kabel-Firmen, dass wenn sie Starrcarde übertrugen, sie nie wieder WWF Events übertragen dürften. Da die WWF etablierter war und somit einen sichereren Ausblick auf Gewinn vermittelte, übertrugen die meisten dann auch tatsächlich Survivor Series, mit lediglich fünf Ausstrahlungen für Starrcade, was zu einem nahezu erbärmlichen Gewinn von gerade einmal 80.000 Dollar für Crockett nach Abzügen aller Ausgaben führte. Im Januar 1988 bewarb JCP einen neuen PPV, Bunkhouse Stampede, während McMahon mit dem ersten Royal Rumble auf dem USA Network konterte. Wieder fuhr die NWA nur niedrige Kaufzahlen ein und der folgende finanzielle Tiefschlag markierte bereits ein beginnendes Ende für die JCP. Ein weiterer Nachteil war die Auslagerung der Shows nach New York und Chicago, was die eingefleischte und kaufkräftige Fanbase in den Carolinas verärgerte, sodass die nächsten Shows im Südosten ihre finanziellen Erfolge zunehmend verloren.

Dusty Rhodes

1985 unterschrieb Dusty Rhodes einen Vertrag bei JCP, der ihm den Posten als Haupt-Booker bei WCW bescherte. Rhodes hatte den Ruf eines sehr kreativen Kopfes, der sich auch in seinem neuen Posten als gerechtfertigt erwies, da er auch in seiner neuen Wirkungsstätte viele markante Fehden und im Nachhinein berühmte Storylines schuf. Auch einige Gimmick-Matches stammen aus dieser Zeit unter Rhodes, so unter anderem „WarGames“. 1988, nach drei Jahren aufreibenden Wettbewerbs und harten backstagepolitischen Auseinandersetzungen mit Dauerchampion Ric Flair war Rhodes ausgebrannt. Auch die Fans waren seines „Dusty Finishes“ überdrüssig (ein Matchfinish, welches für House Shows beliebt war und immer noch ist: Der Heel Champion verliert den Titel scheinbar, dann wird die Entscheidung jedoch umgeworfen und er trägt den Sieg doch noch durch Disqualifikation oder vermeintliche Entscheidungen vom Management davon) und so wurde Rhodes mehr und mehr unpopulär. Auch seine Bookings wurden zunehmend diffuser, so hatte er 1988 unter anderem vor, den völlig unetablierten Midcard-Wrestler Rick Steiner Champion Ric Flair innerhalb von fünf Minuten um den Titel besiegen zu lassen, was jedoch noch rechtzeitig abgebrochen wurde. Nach Starrcade’88 wurde Rhodes schließlich gefeuert, da er einen Angle gebookt hatte, bei dem ihn Road Warrior Animal in einem Segment mit einer Spitze aus seinen Schulter-Polstern eine blutende Wunde am Auge zugefügt hatte, obwohl Ted Turner, dem WCW nun gehörte, eine strenge Regel gegen Blut im TV verhängt hatte.

WCW unter Ted Turner

Am 21. November 1988 wurde die WCW aufgrund hoher Ausstrahlungs-Kosten, die ein zu hohes finanzielles Risiko für die Company darstellten, endgültig vom ohnehin im Hintergrund agierenden Medien-Mogul Ted Turner aufgekauft. Turner versprach den Fans unmittelbar nach dem Aufkauf die Weiterführung des bisherigen am Wrestling orientierten Stils der NWA. In der Tat erwies sich 1989 als Wendejahr für WCW, da sich Ric Flair als Dauerchampion und Haupt-Booker als großer Erfolg erwies. Er half so unter anderem dabei, Ricky Steamboat und Terry Funk zur Company zu bringen und seine PPV-Matches mit Steamboat wurden sowohl finanziell als auch fachlich gesehen ein sehr großer Erfolg. Junge Stars wie Sid Vicious, Sting, Scott Steiner, die Road Warriors, Brian Pillman, The Great Muta und Lex Luger feierten ihren Aufstieg und große Storylines mit Titelgewinnen. Doch schon 1990 kam wieder eine andere Stimmung auf, da Ric Flair als Booker wieder gefeuert wurde, da ihm von vielen Talenten vorgeworfen wurde, zu seinem eigenen großen Vorteil zu booken. So weigerte sich Flair zum Beispiel einmal den World Title an Lex Luger abzugeben, obwohl er ihn überhaupt nur so lange gehalten hatte, weil Sting, an den er den Titel ursprünglich hatte abgeben müssen, sich im Vorfeld verletzt hatte. Flair wurde als Booker schließlich von Ole Anderson ersetzt. Trotz des Stroms an Talenten, die Einzug in die WCW hielten, legte die Promotion bald Teile ihres auf das pure Wrestling fokussierten Stils ab und versuchte dafür Teile des auf Gimmicks angelegten Stils der WWF zu übernehmen. Es folgten einige Versuche, aber es hatte keiner Erfolg, sei es das Chamber of Horrors-Gimmick oder die Black Scorpion-Storyline. Auch die House Shows fuhren Rekordtief-Zahlen ein, nachdem Booker Ole Anderson damit begann, hauptsächlich ältere Wrestler zu pushen, die sich während der Show loyal zu ihm verhielten. Backstage wurde die WCW ebenfalls immer eigenständiger und begann sich immer mehr von der NWA und deren Werte zu entfernen, sodass sie sich im Januar 1991 endgültig von dem Verbund trennte und seine eigenen WCW Championships einführte, so die WCW World Heavyweight Championship und die WCW World Tag Team Championship. Nach dem groben Split von der NWA gab es ein großes Chaos um World Champion Ric Flair, der nun zwar kein Booker, aber immer noch angestellter Wrestler war. Flair wurde von beiden Seiten jeweils als ihr World Champion während der ersten Hälfte des Jahres 1991 gelistet, ehe sich der neue WCW Präsident Jim Herd, einstiger Manager von Pizza Hut, gegen Flair entschied und ihn noch vor dem PPV The Great American Bash im Juli 1991 nach gescheiterten Vertragsverhandlungen feuerte. Dies führte natürlich zum Vakantieren der Championship, die Flair abgeben sollte, doch auch hier kam es zu großen Problemen. Nach Flairs Biographie zu urteilen weigerte sich die WCW, ihm das Pfand im Wert von 25.000 Dollar zurückzugeben (welches er selbst auf das entwenden des Titelgürtels ausgestellt hatte), weswegen er den Gürtel behielt und ihn sogar mit zu seinem neuen Arbeitgeber, der WWF brachte. Dort band er den Titel in sein Gimmick ein und nannte sich fortan „The Real World´s Champion“. WCW verhandelte den Gebrauch dieses NWA Namens später als ein für mehrere Promotionen verwendetes Gimmick mit New Japan Pro Wrestling und verklagte die WWF darauf, Ric Flair nicht mehr mit dem NWA World Title zu zeigen, da sie bereits eine Schutzmarke auf das Titeldesign angemeldet hätten. Der Titel kam schließlich zur WCW zurück, als Herd entlassen wurde und so kam Flair doch noch zu seinem Geld inklusive Zins-Entschädigung. Während dieser Zeit der Krise ging das kreative Produkt der Promotion immer mehr unter. 1991 und 1992 gelangte es unter der Führung des völlig unerfahrenen Herds und anschließend Bill Watts an seinen Tiefpunkt. Ric Flair, der stets die größten Konflikte mit Herd gehabt hatte, gab einmal an, dass Herd „nichts über Wrestling gewusst habe, außer dass er eine Sendestation leitete, die in diesem Bereich eine populäre Show hatte.“ Laut Flair verlangte Herd außerdem, dass Flair sein berühmtes „Nature Boy“-Gimmick ablegen und dafür mit geschnittenen Haaren (obwohl die längeren blonden Haare eines der größten Markenzeichen Flairs waren) und neuem Outfit das römische Gladiatoren-Gimmick „Spartacus“ übernehmen sollte, da er sich „mit der Zeit wandeln solle“. Dies war komplett gegen Flairs Richtung und passte auch dem Komitee, welches die kreativen Entscheidungen leitete, überhaupt nicht, sodass die Unstimmigkeiten wuchsen. Die Backstage-Fehde erreichte ihren Höhepunkt, als Flair während den Vertragsverhandlungen eine Gehaltskürzung und die Streichung aus seiner Main Event-Position ablehnte (da er auch mit Abstand der Wrestler war, welcher am meisten Käufer zog). Er verweigerte außerdem die Titelabgabe an Lex Luger, wie Herd es gewollt hätte. Herd warf Flair daraufhin vor, die Company in ihrem Aufstieg aufzuhalten, woraufhin Flair einen Kompromiss vorschlug und anbot, den Titel an seinen Horsemen-Gefolgsmann Barry Windham abzugeben, da dieser seiner Meinung nach den Titel verdiente. 1992 wurde ebenfalls ein schlechtes Jahr für die WCW, da der neue Booker „Cowboy“ Bill Watts Top Rope Moves, die für dutzende Wrestler eine alltägliche Aktion waren, während der Matches illegal machte. Nach vielen heiklen Auseinandersetzungen mit dem Management über diesen und weitere Uneinigkeiten löste er seinen Vertrag auf. Er wurde später von Eric Bischoff ersetzt.

Endgültiger Split von der NWA

Während der Zeit in der WCW seinen eigenen World Heavyweight Champion führte, jedoch gleichzeitig anerkannte, dass der World Title der der NWA sei, verließ Ric Flair die WWF im Guten und kehrte zur WCW zurück, wo er den Titel von Barry Windham im Juli 1993 zurückerlangte. Unmittelbar verlangten sämtliche kleinere NWA Organisationen, dass Flair den Titel auch in ihren Regionen verteidigen sollte, so wie es von der alten NWA-Struktur vorgegeben war. Der Titel wurde später von Flair an Rick Rude abgegeben, der Titelwechsel wurde jedoch aufgrund dessen, dass er bei länger angelegten Tapings stattfand, schnell von der NWA aufgedeckt. Dessen Board of Directors, welches separat von der WCW arbeitete, klagte, dass der Titel ohne ihre Zustimmung den Besitzer gewechselt hätte, was die WCW dazu veranlasste, sich endgültig von der NWA zu trennen. WCW besaß immer noch legal den NWA World Heavyweight Championship-Gürtel, welchen sie auch immer noch als den „Big Gold Belt“ von Rick Rude verteidigen ließen, jedoch konnten sie den Namen „NWA“ nun, da sie sich von dem Verbund gelöst hatten nicht mehr länger verwenden. Es wurde in der Folgezeit also eine fiktive Tochtergesellschaft gegründet, die den Namen „WCW International“ trug, um dem Titel wieder Glaubwürdigkeit zu verleihen. Im Zuge dessen wurde der Titel sogar in WCW International World Heavyweight Championship umbenannt, da die WCW behauptete, dass Firma WCW International den Titel immer noch als legitimen World Title anerkannte. Für kurze Zeit wurden in der Promotion sogar zwei World Titles verteidigt und Sting verlor seinen WCW International Championship in einem Unification Match an Ric Flair, da das Experiment WCW International schließlich doch abgebrochen wurde. Der „Big Gold Belt“ wurde fortan doch als legitimer World Title gebraucht, bis zu WCWs Schließung 2001 und für eine kurze Zeit auch noch in der WWF. Dort wurde es allerdings mit einer gleichartigen Kopie ersetzt, in welche noch ein WWE Symbol eingraviert ist.

Die Eric Bischoff Ära

1993 ließen sich Zeichen von großer Erholung in der Company erkennen, da der ehemalige Kommentator Eric Bischoff als Executive Vice President der WCW eingestellt wurde. Bischoff sollte ursprünglich hinter Jim Ross als zweiter Kommentator eingestellt werden, nachdem die AWA geschlossen hatte und wollte der WCW nun als Executive Vice President eine neue Richtung vorgeben. Besitzer Ted Turner beeindruckte er mit seiner Taktik und seinem Gespür für die Entwicklungen des Geschäfts, sodass er schnell eingestellt wurde. Kommentator Jim Ross empfand es dagegen als Affront, dass jemand, der einmal Anweisungen von ihm erhalten hatte, nun sein Vorgesetzter war und verließ die Company in Richtung WWF. Bischoffs erstes Jahr in der Promotion wird immer noch als sehr erfolglos bezeichnet. Dusty Rhodes und Ole Anderson waren immer noch in kompletter Kontrolle des Bookings und unter ihrer Regentschaft präsentierte sich die WCW als Heimat von albernen cartoonartigen Storylines, sowie von sinnlosen Fehden ohne Aufbau. Eine davon war die „Lost in Cleveland“-Storyline, die begann als Cactus Jack (Mick Foley) das erste Mal gegen Vader antrat. Beide waren sich einig darin, ein hartes Match zu zeigen und so vereinbarten sie, dass Vader Cactus Jack einige Male echt und hart ins Gesicht schlagen würde. WCW musste das Match im Nachhinein schneiden, da das Match alles außer gemäß ihrer Vorschriften wurde: Foley erlitt eine gebrochene Nase, eine Kieferverletzung und eine Wunde, die mit siebenundzwanzig Stichen genäht werden musste. Er gewann dennoch via Countout, doch da der gesetzte Titel nach diesem Matchausgang nicht den Besitzer wechseln konnte, brauchte man ein Rematch mit deutlicherem Ausgang, was man sogleich booken wollte. Foley wollte dagegen eine Auszeit für seine neugeborene Tochter und die Ausheilung einer Knieverletzung. Als Ergebnis dieses Konflikts vereinbarten Foley und Vader einen gefährlichen Spot zum Verkaufen der Auszeit-Storyline, wobei Vader Foley eine Powerbomb auf den bloßen Steinboden verpasste. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und verlor kurzzeitig das Gefühl in seinem linken Fuß und seiner Hand. Mick Foley wurde tatsächlich aus den Shows geschrieben, doch während seiner Abwesenheit erklärte die WCW diese Auszeit mit einer Comedy Farce, in der Cactus Jack verrückt geworden war, in eine Klinik eingewiesen wurde, dann aber wieder entfloh und schließlich eine Amnesie entwickelte. Foley dagegen hatte eine sehr ernste Storyline gewünscht, die ihm große Sympathie für seine Rückkehr hätte bescheren sollen. Über die miserable Qualität dieses Angles scherzt Foley auch in seiner Autobiographie, wo er beschreibt, dass die Offiziellen eine gewinnbringende Fehde lediglich als offenes Storyline-Problem abtaten, was dann billig gelöst werden musste. Im Mai 1993 begann WCW mit den Disney Tapings, eine Handlung, die ihnen weitere Probleme einbringen würde. Um Geld zu sparen mietete die WCW ein Studio in den Disney-MGM Studios in Orlando, Florida und begann mit dem vorzeitigen Aufnehmen ihrer Shows, die sie dann stark verzögert ausstrahlten. Teilweise mussten Wrestler mit Titelgürteln auftreten, die sie im TV noch gar nicht gewonnen hatten und auch erst in einigen Monaten gewinnen würden. Es wurde sozusagen die gesamte Zukunft der WCW enthüllt, was auch Monate zuvor bereits den NWA-Skandal mit der Titelübergabe an Rick Rude hervorrief, da Bilder mit diesem als WCW World Heavyweight Champion ans Tageslicht kamen. Auch in der Tag Team-Division sorgten die Tapings für große Verwirrung, da enthüllt wurde, dass Arn Anderson und Paul Roma die Titel von den Hollywood Blonds (Steve Austin und Brian Pillman) gewinnen würden. Die WCW entschied sich, den uninformierten Fans beim Live Event Beach Blast auszuweichen und den Hollywood Blondes die Titel zu lassen, aber die Großveranstaltung Clash of the Champions XXIV sollte im August vor der bereits aufgenommenen Episode mit Andersons und Romas Titelgewinn stattfinden, bevor auch noch Material von deren Titelgewinn im September herumkursieren würde. Vor dem Clash-Event verletzte sich dann auch noch Brian Pillman und wurde von Lord Steven Regal ersetzt, der mit Austin gegen Roma und Anderson antrat. Letztere gewannen selbstverständlich, die Blondes dagegen wurden trotz immenser Beliebtheit nach diesem Vorfall nicht mehr eingesetzt. Derselbe PPV verpasste WCWs Ruf noch einen weiteren Dämpfer. 1993 war Ric Flair von einem Run mit der WWF zurückgekehrt und wurde dennoch von seiner Nicht-Auftrittsklausel aus dem Ring ferngehalten, die erst nach einer gewissen Zeit ablaufen würde. So gab man Flair eine eigene Talk Show in der Show, „A Flair for the Gold“. Bei Clash of the Champions entschied man sich zudem, einen anonymen Partner für die Babyfaces ins Rennen zu bringen, der in Flairs Segment enthüllt werden sollte. Der Mystery Partner stellte sich als The Shockmaster heraus, der durch eine falsche Wand brechen sollte und so die anwesenden Heels einschüchtern sollte. Das Debüt erwies sich jedoch als buchstäblicher Reinfall, denn der Shockmaster stolperte beim Eintritt und fiel im Live-TV flach zu Boden, sodass er direkt zu einem unfreiwillig komischen Charakter wurde. Im späteren Verlauf des Jahres 1993 entschied sich die WCW, die Promotion wieder einmal um Ric Flair herum aufzubauen. Dieses wurde als notwendig angesehen, da sich das zukünftige Babyface Sid Vicious in eine gewalttätige Auseinandersetzung mit Arn Anderson verwickelte und deswegen gefeuert wurde. Als Ersatz für dessen Einsatz wurde Flair in eine Fehde gegen Big Van Vader gesetzt und musste seine Karriere gegen diesen bei Starrcade auf das Spiel setzten, um im Gegenzug die WCW World Heavyweight Championship gewinnen zu können. Dies tat er dann auch siegreich und wurde zugleich auch wieder Booker der Promotion. Trotz des prestigereichen Aufeinandertreffens machte WCW 1993 massive Verluste von 23 Millionen Dollar.

Wettbewerb mit der WWF

Zu Beginn des Jahres 1994 erklärte Bischoff der WWF den offenen Konkurrenzkampf und verpflichtete direkt mit hoher Zielstrebigkeit die Top WWF Superstars Hulk Hogan und Randy Savage. Mit Besitzer Ted Turners Geldressourcen im Rücken legte Bischoff all sein Vertrauen in etablierte Stars, die im Gegenzug aufgrund ihres Wertes unvorstellbar teure Verträge und kreative Kontrolle über ihre Charaktere verlangten und auch zugesprochen bekamen. Dies stellte sich später als Problem heraus, da viele Wrestler im Nachhinein ähnliche Verträge verlangten und die Gehälter völlig außer Kontrolle gerieten. Besonders Top Star Hulk Hogan sahnte durch seine Freundschaft mit Bischoff sehr viel Geld ab und war backstage der mit Abstand einflussreichste Wrestler. Pro PPV erhielt er eine Summe von Sage und Schreibe 700.000 Dollar, unabhängig von dessen Erfolg. Auch beachtete Bischoff nicht, dass viele Fans WCW als Alternativ-Produkt zur WWF sahen und sich mit der Annäherung an dessen Produkt durch mehr Gimmicks und alte WWF Superstars verraten fühlten. Das Gefühl, WCW stelle eine Alternative dar, verschwand mehr und mehr. Nichts desto trotz gewann Hulk Hogan direkt beim ersten PPV nach seiner Einstellung die WCW World Heavyweight Championship von Ric Flair. Da dieses Match bereits in der WWF, wo die beiden zeitgleich von 1991 bis 1992 gearbeitet hatten, zwar angedeutet, jedoch nie vollzogen wurde, war die Buyrate für den PPV Bash at the Beach, wo das Match stattfand sehr hoch, jedoch wurde das Potenzial der Paarung nicht genutzt und es gab nur ein weiteres Aufeinandertreffen der beiden bei Halloween Havoc, sodass die Hoffnung auf langen Erfolg mit dieser Fehde erlosch. Dies realisierte auch das Management von Turner bei einem Status-Check der Company Mitte 1995, weswegen Bischoff ein privates Treffen mit Turner arrangierte, um etwas Neues, diesen Misserfolg wettmachendes durchzusetzen.

WCW Monday Nitro und die „Monday Night Wars“

Bischoff erwies sich auch als der entscheidende Faktor beim Starten der wöchentlichen TV Show WCW Monday Nitro, welche ihr Debüt am 4.September 1995 feierte. Bei besagtem Meeting mit Turner fragte dieser Bischoff, ob es einen Weg gebe, wie WCW zur dauerhaften Konkurrenz der WWF werden könne. Bischoff, der nicht damit rechnete, dass Turner einwilligen würde, sagte offen heraus, dass der einzige Weg mit der WWF mitzuhalten eine eigene wöchentliche TV Show auf einem Primetime-Slot sei. Völlig überraschend willigte Turner ein und verschaffte der Promotion den Sendeplatz, den sie brauchten, eine Stunde live auf TNT in direkter Konkurrenz zu WWFs Monday Night RAW. Das Format kam wie erwartet sehr gut an und so verlängerte man es sogar auf zwei Stunden, sodass es von nun an ein exaktes Gegenstück zum Konkurrenten bildete. Bischoff fungierte als Host, gemeinsam mit Bobby Heenan und Ex-NFL Star Steve „Mongo“ McMichael. Die erste Ausgabe von Nitro lief jedoch ohne den WWF Konkurrenten, da dieser seinen Sendeplatz einmalig für die U.S. Open Berichterstattung des USA Networks räumen musste. Sie beinhaltete die Rückkehr von Lex Luger, der seit 1993 für die WWF gearbeitet hatte. Dies war in gleich in vielfacher Hinsicht ein gelungener Coup, denn durch die überraschende Rückkehr wurde den Fans Aufregung für kommenden Live-Episoden signalisiert und zudem war er in der WWF ebenfalls ein großer Star gewesen und noch eine Woche vor seinem Debüt bei WCW bei WWFs Monday Night RAW aufgetreten. Dies schürte die Spannung auf weitere „Überläufer“ von der WWF in den nächsten Ausgaben. Die überraschenden, feindselig anmutenden Wechsel starteten die „Monday Night Wars“ zudem nun ganz offiziell. Bischoff verstärkte das Promoten seiner neuen Show noch weiter, indem er die WWF RAW-Ergebnisse bei Nitro bereits bekanntgab, da die WWF meistens bereits im Vorfeld getapte Ausgaben ausstrahlte und Insidern die Ergebnisse so schon bekannt waren, wohingegen Nitro vollständig live gesendet wurde. Bei Halloween Havoc 1995 machte ein weiterer späterer Megastar sein Debüt für die WCW: The Giant, später bekannt als The Big Show, trat in einem sumo-artigen Monster Truck-Match gegen Hulk Hogan an und verlor zunächst, nachdem Hulk Hogan seinen Truck aus dem zu überschreitenden Kreis schieben konnte. Das In-Ring Debüt für The Giant folgte ebenfalls in einem Titelmatch gegen Hulk Hogan, welches er durch Disqualifikation gewann und damit auch den Titel erlangte, nachdem sein Manager Jimmy Hart ein Schlupfloch im Vertrag des Matches ausmachen konnte und damit den Titelgewinn seines Klienten sicherstellen konnte. Ein weiterer berühmter Moment der WCW folgte am 18. Dezember 1995, als der noch amtierende WWF Womens Champion Debra Miceli die Bühne der WCW betrat und ihren Titelgürtel in einen Mülleimer warf. Die WWF antwortete mehr schlecht als recht mit Parodien auf Ted Turner, Hulk Hogan, Randy Savage und Interviewer-Legende „Mean“ Gene Okerlund. Diese schadeten der WWF zunächst sogar ein wenig, da Ted Turner durch die Provokationen nur mehr zum Investieren für den Wettbewerb motiviert wurde, doch auch ohne deren Erfolg konnte die WWF wieder ein wenig Land gewinnen, da sie nach WrestleMania XII eine populäre Fehde zwischen Shawn Michaels und Diesel starteten.

WCW dominiert

Die große Wende zugunsten der WCW folgte am Memorial Day 1996, als Scott Hall, der in der WWF als Razor Ramon aufgetreten war, ein Match unterbrach und durch das Publikum zum Ring lief, wo er seine berühmte Ansprache „You want a war?“ hielt. Sie beinhaltete einen Teaser auf eine kommende Übernahme einer mysteriösen Fraktion bestehend aus ihm und zwei weiteren Wrestlern. Viele dachten zum damaligen Zeitpunkt, er würde Bret Hart und Shawn Michaels meinen, zwei weitere Topstars der WWF, die als Neuzugangs-Kandidaten gehandelt wurden. Hall forderte zudem die besten WCW Wrestler dazu auf, ihre Company gegen die drohende Invasion zu verteidigen. Nachdem er in der folgenden Woche eine Überraschung ankündigte, kam es eine weitere Woche später zur Enthüllung des zweiten Mannes: Kevin Nash, ehemaliger WWF Championship unter dem Namen „Diesel“. Die beiden fungierten fortan als „The Outsiders“ und attackierten regelmäßig Wrestler backstage oder lenkten sie ab, weil sie plötzlich im Publikum und am Eingangsbereich standen. Nach knapp einem Monat kündigten sie das Kommen des dritten Mannes an. Beim PPV Bash at the Beach sollten Hall und Nash mit ihrem mysteriösen Partner gegen Lex Luger, Randy Savage und Sting antreten, doch nachdem sie im Interview angekündigt hatten, noch würden sie diesen nicht brauchen, traten sie zunächst nur zu zweit an. Bereits nach kurzem wurde Lex Luger von Kevin Nash von hinten attackiert und musste mit einer Trage abtransportiert werden, sodass das Match auf The Outsiders vs. Sting und Randy Savage reduziert wurde. Hall und Nash erlangten schnell die Kontrolle im Match und wurden dann von Hulk Hogan überrascht, welcher sich kurz einen Staredown mit den Outsiders lieferte und dann seinen Finisher an Savage zeigte und sich somit als dritter Mann der Fraktion enttarnte. Direkt nach dem Match gab Hogan ein Interview mit Gene Okerlund, in dem er als Grund für den Turn angab, dass er angeödet von den Fans sei, die sich gegen ihn gestellt hätten, sodass er sich nun gegen sie stellen würde. Er nannte die neue Fraktion zudem die New World Order des Wrestlings. Die anwesenden Fans waren von Hogans Turn so wütend geworden, dass sie verschiedenste Arten von Müll in den Ring warfen, ein Fan versuchte sogar über die Barrikaden zu klettern und ihn zu attackieren, wurde jedoch von der Security, Scott Hall und Kevin Nash aufgehalten. Auf die hohe Popularität der Storyline reichte die WWF direkt verschiedenste Klagen gegen die WCW ein, die schließlich von ehemaligen WWF Wrestlern profitiert hatte. Scott Hall warf man vor, sich zu nah an das Razor Ramon-Gimmick zu halten, welches er in der WWF ausgeübt hatte und da das Gimmick als Marke von der seinem alten Arbeitgeber besessen wurde, sah man dies als Rechtsverletzung. Auch verklagte man die in der Storyline implizierte Botschaft, die Outsiders wären von der WWF gesendete Invasoren, die die WCW zerstören wollten, obwohl Kevin Nash dieses zuvor in einem Interview verneint hatte. Der Rechtsstreit um dieses Thema hielt mehrere Jahre an, bevor man sich außergerichtlich einigte. Eine der Bedingungen für die Einigung war das Recht der WWF, bei einem möglichen Zerfall der WCW für deren Eigentümer bieten zu dürfen, was sich ironischer Weise noch als nützlich erweisen sollte. Obwohl die nWo, so die fortwährende Bezeichnung für die Gruppierung on Air eine Bedrohung für die Company darstellte, half sie doch dem Kampf um die Ratings gegen die WWF. In der Nitro-Episode vom 23. September 1996 übernahm die Gruppe die komplette Show, da der Großteil des Rosters nach Japan geflogen war, und markierte sie als ihre eigene. [[The Big Show|The Giant9] übernahm die Rolle des Ring Announcers und Hulk Hogan, Syxx, Kevin Nash, Scott Hall, Vincent und Ted DiBiase saßen zusammen mit Nicht-Mitglied Eric Bischoff am Broadcast-Tisch. Aufgrund der Popularität der nWo-Storyline besiegte Nitro RAW im Rating-Duell für ununterbrochene 84 Wochen lang. Auch während dieser Zeit veröffentlichte Bischoff die RAW-Ergebnisse schon im Vorraus, da er der Meinung war, dass die Fans, die zwischen beiden Programmen hin- und herschalteten, dieses nicht mehr nötig hätten, wenn sie ohnehin die Ergebnisse von RAW kennen würden.

Starrcarde 1997

1997 hatte die Popularität der WCW ihren Höhepunkt erreicht. Die nWo begab sich in eine Fehde mit den wiederbelebten Four Horsemen, die nun als Babyface-Gegenpartei agierten und sich mit dem zurückkehrenden Publikumsliebling Sting verbündeten. Dieser hatte sein Gimmick völlig gewandelt und hatte nun ein wesentlich düsteres, welches auf „The Crow“ basierte, adaptiert. Sting war oft auf den Dächern der Arena zu sehen und beobachtete das Geschehen mit der nWo, wobei er sich manchmal abseilte, um den Babyfaces im Kampf gegen die Heels zu helfen. Sting fehdete fortan gegen nWo-Führer Hulk Hogan und die gesamte Fehde sollte bei Starrcade 1997 Ende des Jahres in einem Match um die WCW World Heavyweight Championship gipfeln. Das Event zog angesichts der populären Paarung die höchste jemals erreichte WCW-Buyrate. Bischoff wurde für den großartigen Aufbau von allen Seiten gelobt, da er sich bislang geweigert hatte, das Match Sting vs. Hulk Hogan einfach so ohne Vorbereitung oder bei Nitro wegzuwerfen. Tatsächlich hatte der gesamte Aufbau für die Fehde ganze 15 Monate angedauert. Immer noch bezeichnen Wrestling-Fans die Show als Beginn des Endes von WCW, obwohl die Company die WWF auch danach noch in den Ratings dominierte. Hogan wurde von allen Seiten stark dafür kritisiert, kein cleanes Finish durchgehen zu lassen, da er ja bekanntlich kreative Kontrolle über seinen Charakter hatte, die ihm auch das Ändern von manchen Matchausgängen freistellte. Viele Fans wollten nun nach 15 Monaten endlich sehen, wie Sting dienWo auseinandernehmen würde, doch es kam wieder zu puren Chaos. Auch hier entstand ein eher verwirrendes und unsinniges Matchende als ein kontroverses, da es den Neuzugang Bret Hart involvierte, der die WWF gerade erst in Richtung WCW verlassen hatte. Dieser kam nach einem scheinbaren Sieg Hogans zum Ring und warf Ringrichter Nick Patrick vor, einen Fast Count, also einen mit Absicht zu schnell ausgeführten Pin-Count, ausgeführt zu haben, um Hogan den Sieg zu schenken. Neben der Tatsache, dass von allen Seiten bestätigt wurde, dass der Count völlig normal aussah, kam noch dazu, dass Sting nicht einmal versucht hatte, aus dem Cover herauszukommen, sodass es vollkommen irrelevant gewesen wäre, ob der Count schnell oder langsam gewesen wäre. Hart ließ das Match nun fortsetzen, mit ihm selbst als Referee, damit Sting nicht „gescrewt“ würde, wie er selbst es beim noch nicht lange zurückliegenden Montreal Screwjob wurde. Nun war es klar: Anstatt des lange erwarteten Duells zwischen Hogan und Sting, indem der Held die Bedrohung nWo endlich zurückschlagen würde, bekamen die Fans einen schlechten Seitenhieb auf Harts WWF Vergangenheit zu sehen. Unter Referee Bret Hart gelang es Sting schließlich, den Titel zu gewinnen, doch die Fans waren kollektiv unzufrieden. Noch verletzender als das bloße Finish an sich war der Umstand, dass Hart in der langen zurückliegenden Fehde nicht einmal zuletzt irgendeine Relevanz gehabt hatte und das schlimmste war für die meisten Fans zudem, dass sie einen Three Count an dem Mann sahen, der den Aufbau zum Beenden der jahrelangen Bedrohung nWo erhalten hatte. Stattdessen ging diese nun noch lange weiter. Und der Skandal setzte sich ebenfalls fort: Wegen des furchtbar unübersichtlichen Finishs wurde Sting der gewonnene Titel nur zwei Wochen später wieder abgenommen und ein weiteres Match zwischen ihm und Hogan um den vakanten Titel bei einem zukünftigen PPV geworben. Ohne Zweifel stellte dieses Finish den wahrscheinlich größten Flop der PPV-Geschichte dar.

Zeichen des Abstiegs

Als Bret Hart 1997 die WWF verließ, gingen viele Fans davon aus, dass sein Weggang die WCW in die dauerhaft dominante Position im Wrestling-Geschäft bringen würde und die Konkurrenz aus Conneticut vielleicht sogar an den Rande des Abgrunds drängen könnte. Denn zusätzlich zu den alten WWF-Topstars verfügte die Liga über eine namenhafte Midcard mit Chris Jericho, Eddie Guerrero, Chris Benoit und Raven, sowie eine hochklassige internationale Cruiserweight-Division. Dennoch wurde alles anders, als es die WCW erwartet hatte. Turner versuchte aus WCWs erlangtem Momentum neues Kapital zu schlagen und brachte eine weitere TV Show ins Rollen, WCW Thunder im Januar 1998. Die Stimmung in der Company war trotz des Starrcade-Desasters gut und man war der Meinung, dass der Montreal Screwjob und die unmittelbare Verpflichtung Bret Harts Todesstöße für die WWF waren. WCW sah sich vor der großen Chance, sich alle Fans der Konkurrenz zu sichern, die die schlechte Behandlung des Topstars nicht dulden wollten. Doch wieder fand Bret Hart keinen rechten Halt und wurde völlig entgegen der Erwartungen nur als Midcarder eingesetzt. Die größte Hoffnung, die WCW in den Kanadier legte, war lediglich, dass er durch seine Reputation neue Wege in fremde Märkte wie Deutschland, Kanada und das United Kingdom öffnen würde, doch trotzdem hatte man kein Gespür dafür, wie man ihn am besten einsetzen könnte. Bischoff äußerte sich zu Hart in seiner Autobiographie und gab an, dass er nach dem Montreal Screwjob deutlich davon gezeichnet und gebrochen war und nicht mehr all sein Herzblut in das Wrestling steckte, so wie er es zuvor in der WWF getan hatte. In jeder Hinsicht erfüllte seine WCW-Zeit die Erwartungen nicht. Während WCW weiter nur dieselben Konzepte wie zuvor für ihre Show anwandte, wandelte sich die WWF in ihr neues „Attitude“-Image um. Neue Stars wie Stone Cold Steve Austin, The Rock, Triple H und D-Generation-X sowie Mankind und Kane erhoben sich und fehdeten mit Vince McMahon selbst, der den Heel Charakter Mr. McMahon erschuf, um mit den Babyfaces zu fehden und sie um Titel und Siege zu bringen. Am 13. April 1998 wurde WWF Monday Night Raw mit dem Match Steve Austin vs. Mr. McMahon beworben, was erstmalig nach 84 Wochen wieder den Rating-Sieg über die WCW einbrachte. Es blieb nicht nur bei diesem einen Sieg, die Ratings erhoben sich in ungeahnte Höhen, die man im Wrestling noch gar nicht erlebt hatte. WCW versuchte mit der Fehde der nWo Hollywood mit Heel Hulk Hogan als Führer gegen nWo Wolfpac mit Face Kevin Nash als Führer zu kontern, doch die Fehde wurde von vielen Fans als billiges Revival der ursprünglichen nWo-Storyline mit höherer Vorhersehbarkeit abgetan. Der nächste große Versuch von WCW, zurück an die Spitze zu kommen, war die Verpflichtung von Ex-NFL Spieler Bill Goldberg, der als unzerstörbares Monster in die Promotion gebracht wurde. Obwohl Goldberg unglaublich populär wurde, war doch keine Besserung für WCW in Sicht, denn die Liste der Superstars, die dem Monster noch nicht zum Opfer gefallen waren, wurde stetig kürzer und auch die PPVs sanken in ihrer Qualität. Eine der letzten Siege für die WCW in den Monday Night Rating Wars war die Episode vom 6. Juli 1998, in der Goldberg den lang erwarteten World Title-Sieg über Hulk Hogan feierte. Im Nachhinein wird auch hier der WCW verschwendetes Potenzial vorgeworfen, da solch ein Match als PPV und mit größerem Aufbau Millionen PPV-Buys hätte erzielen können, ähnlich wie es Starrcade 1997 tat. Am 14. September gewann WCW die Rating Wars ein weiteres Mal mit der neuerlichen Reformation der Four Horsemen und Ric Flairs Rückkehr zur WCW. Am 25.8. 1998 lief der PPV Halloween Havoc länger als vorgegeben war und so fiel das lang ersehnte World Title Match zwischen Goldberg und Diamond Dallas Page, welches dann nach 11 Uhr hätte gesendet werden müssen nahezu komplett aus. Stattdessen musste die WCW das Match kostenlos bei Nitro senden und gewann somit die Rating Wars ein allerletztes Mal gegen die WWF. Während dieser Zeit war Kevin Nash der Vorsitzende des Booking-Teams. Dieser symbolisiert bis heute den Missbrauch von solcher Backstage-Macht, wie sich deutlich daran ablesen lässt, dass er selbst nach Gewinn der World War 3 Battle Royal auch noch Goldbergs Winning Streak beendete und World Champion wurde. Viele der Fans waren der Meinung, dass es weder der Zeitpunkt war, den Streak zu beenden, noch dass es Kevin Nash hätte sein dürfen, der den Streak beendet. Nichts desto trotz kam es zu einem mit Spannung erwarteten Rematch zwischen den beiden, was in einem ausverkauften Georgia Dome in Atlanta stattfand und als größtes Match in der Geschichte WCWs beworben wurde. Doch wieder kam alles anders und Goldberg wurde vor dem Match wegen des Stalkens von Miss Elizabeth von der Polizei festgenommen, sodass ihn Hulk Hogan ersetzte. Im Match mit Nash täuschte er jedoch nur einen Schlag gegen diesen vor und drückte einen Finger an seine Brust, woraufhin Nash sich zu Boden warf und sich pinnen ließ. Nach dem Match kam Goldberg dann doch noch mit Lex Luger zum Ring, nur um dort jedoch von dem ihm in den Rücken fallenden Luger niedergeschlagen zu werden und anschließend ein weiteres Mal von Scott Hall mit einem Elektroschocker attackiert zu werden, genau wie bei Starrcade, als dieser half, seinen Undefeated Streak zu beenden. Dieses weitere Desaster beschädigte WCWs Glaubwürdigkeit im Bewerben der Matchcards ungemein und brachte ihnen den Ruf ein, zu betrügen, um für ausverkaufte Hallen zu sorgen. Noch in derselben Nitro-Episode gab Tony Schiavone unter Anleitung von Eric Bischoff bekannt, dass Mick Foley bei RAW die WWF Championship gewonnen hätte, woraufhin laut Nielsen Ratings jedoch genau entgegen der Absicht der WCW 300.000 Haushalte den Kanal wechselten, um sich den Titelgewinn anzusehen. Dieser Wechsel brachte zudem den Rating Wars-Sieg für diese Nacht ein.

Abstieg der WCW

WCW schlitterte in eine Phase der kreativen Tiefpunkte, die Gründe sind immer noch Diskussionsstoff. Eine mögliche Antwort sind die viel zu häufig benutzten Prominenten-Gäste wie Dennis Rodman und Jay Leno sowie das Übertriebene Bewerben verschiedenster Partner. Topstars hatten immer weniger Motivation wegen ihrer aufreibenden Langzeit-Verträge in den Ring zu steigen und wie schon zuvor setzte die WCW ihre jungen Stars immer weniger ein, obwohl das Potenzial durchaus da war: Chris Jericho, Chris Benoit, Booker T, Rey Mysterio, Eddie Guerrero und viele mehr wurden schlicht nicht passend eingesetzt und wechselten deswegen mit der Zeit alle zur WWF, wo sie überraschender Weise alle Main Eventer und sogar World Champions wurden. Die Company begann außerdem, wild Wrestler bei sich unterschreiben zu lassen, nur damit sie nicht bei der Konkurrenz auftreten könnten. So umfasste das Roster zeitweise ganze 260 Wrestler, obwohl in einer TV Show vielleicht 15 verschiedene Wrestler antreten konnten, sodass man die meisten Athleten nie zu Gesicht bekam. Zudem arrangierte Eric Bischoff Ende 1998 den Ultimate Warrior, einen WWF-Altstar, der sich zuerst mit Hulk Hogan eine der schlechtesten Fehden und dann bei Starrcade 1998 eines der schlechtesten Matches aller Zeiten lieferte, womit die Qualität endgültig gen Keller sank. Laut Bischoffs Autobiographie hielt die Firma Time Warner, der WCW gehörte, die Company zunehmend an der Leine und hemmte seine Kontrolle mehr und mehr. Es kamen im Gegenteil sogar mehr Limitierungen und Regeln dazu und weitere Klagen von der WWF machten das Chaos perfekt. Im Sommer 1998 wurde ein familienfreundlicheres Programm beschlossen, was in starkem Kontrast zu WWFs „Attitude“ stand und dem Konkurrenten damit endgültig den dauerhaften Sieg in den Monday Night Wars bescherte. Auch das Budget wurde WCW gekürzt, was die Probleme noch verschärfte. Zudem verloren viele ranghohen Angestellten von Time Warner die Sympathie für die Promotion und das Wrestling im Allgemeinen und spielten schon mit dem Gedanken, die Company ganz abzusägen. Eric Bischoff wurde schließlich aufgrund großer Unzufriedenheit mit seiner jüngsten Arbeit am 10. September 1999 entlassen.

Vince Russo

Unerwarteter Weise wurde Bischoff schnell mit Bill Busch ersetzt, der direkt zum Senior Vice President ernannt wurde. Busch brachte zudem den neuen Head Writer Vince Russo sowie dessen Kollege Ed Ferrara ins Team, beide hatten zuvor in der WWF gearbeitet und brüsteten sich damit, die genialen Köpfe hinter der so erfolgreichen Attitude-Ära zu sein. Sie unterschrieben lukrative Verträge und wechselten endgültig im Oktober 1999 zu WCW. Ihre erste Amtshandlung war der schnelle Versuch, junge Talente über alternde Stars wie Hogan und Flair zu pushen, was jedoch schnell ein Problem wurde. Russo und Ferrara gelang es nicht sonderlich gut, das WCW Management von ihren äußerst gewagten Ideen zu überzeugen, so zum Beispiel die Matchart „Pinata on a Pole“, die zwischen mexikanischen Wrestlern am 15.11. 1999 ausgetragen wurde. Im späten 1999 belebten sie außerdem die nWo-Storyline ein weiteres Mal, jedoch mit Jeff Jarrett und Bret Hart in den führenden Rollen. Unrühmlich wurde ihr Versuch, ein Parodie-Gimmick auf WWF Kommentator Jim Ross zu kreieren, welches dann den Namen „Oklahoma“ trug und die ernste Krankheit Ross‘, Bell´s palsy, die für die stückweite Lähmung der Gesichtsmuskulatur sorgt, auf eine Weise parodierte, die durchweg für negative Kritik sorgte. Der Charakter wurde von Ferrara selbst verkörpert. Einen weiteren Rückschlag gab es für das Team, als einer ihrer führenden Wrestler, Bret Hart, in einem Match gegen Goldberg eine karrierebeendende Gehirnerschütterung erlitt und sich auch Goldberg kurze Zeit später in einem von Russo geschriebenen Angle die Hand verletzte, da er mit dieser eine Autoscheibe durchschlug. Während dieser Zeit wurde Russo selbst zu einem On-Air Charakter, jedoch wurde sein Gesicht nie gezeigt, lediglich sein Rücken oder seine Hand waren kurzzeitig in den Segmenten zu erspähen. Drei Monate später wurden Russo und Ferrara suspendiert, da das Gerücht umging, sie hätten UFC Fighter Tank Abbott zum WCW Champion küren wollen. Da dieser jedoch keinerlei ausreichende Erfahrung im Wrestling hatte und auch beim Publikum während seiner Auftritte nie sonderlich gut ankam, wurde die Idee als absurd und in keiner Weise umsetzbar abgelehnt. Bill Busch wurde kurz daraufhin entlassen und als Senior Vice President von Time Warner-Mitarbeiter Brad Sieger ersetzt. Kevin Sullivan, der über die Jahre hinweg immer wieder als Booker für WCW gearbeitet hatte, wurde ebenfalls in einer Führungsrolle wieder angestellt. Das neue Writing Team versuchte sich am Halten von demoralisierten Wrestlern und deren Fans, indem sie Chris Benoit beim PPV „Souled Out“ im Januar 2000 die WCW Championship gewinnen ließen, jedoch gab dieser den Titel direkt nach dem Gewinn wieder ab, da er sein Interesse für ein Verlassen der Company in Richtung WWF ausdrückte. Seine frustrierten Kollegen und Freunde Perry Saturn, Eddie Guerrero und Dean Malenko taten es ihm kurze Zeit später gleich. Die Vier wurden beim Konkurrenten WWF dafür schnell als The Radicalz bekannt und zu einem populären Team. Am 11. Februar 2000 verklagten 12 Wrestler, einschließlich des Afro-Amerikaners „Hardbody“ Harrison Norris sowie dem japanischen Manager Sonny Onoo die WCW wegen Diskriminierung aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, weswegen sie keine gleichwertige Bezahlung, Gimmicks und Pushs erhalten hätten. Viele Fans betrachteten im Zuge dessen den WCW Championship-Titelgewinn des schwarzen Wrestlers Booker T als Entgegenwirkung gegen die Klage, ebenso den Umstand, dass dessen Bruder Stevie Ray Color Kommentator wurde. Dieser gab später selbst an, dass die Klage bei seiner neuen Position eine Rolle gespielt haben könnte. Unter Russos Führung verlor die WCW weiterhin kontinuierlich Zuschauer, mit Rekordtiefs von 1.8 und 1.72 am 27.4.1998, was das niedrigste Rating in den gesamten Monday Night Wars darstellte.

Das letzte Jahr der WCW

Im April 2000 erfuhren die Ratings weitere Tiefpunkte und Russo und Eric Bischoff wurden beide gleichzeitig wieder eingestellt. Obwohl sie backstage eigentlich nie miteinander auskamen, formten sie On-Screen eine Allianz, die sich dafür einsetzte, dass die jungen Talente der Promotion im Mittelpunkt stehen würden (diese bekamen den Namen New Blood) und nicht die älteren, höherbezahlten und präsenteren alten Stars wie Hulk Hogan, Sting und Diamond Dallas Page, die als der „Millionaire´s Club“ auftraten. Obwohl die Storyline gut ankam und positive Kritik erfuhr, endete auch sie nur in einem weiteren nWo-Revival. Die Alt-Stars übernahmen hierbei die Face-Seite, während die Heels von den New Blood-Talenten repräsentiert wurden. Seltsamer Weise verschwanden letztere noch vor dem PPV New Blood Rising, der eigentlich den Abschluss der Storyline symbolisieren sollte, wieder in den Tiefen des Rosters. Die merkwürdigen und kontroversen Storylines setzten sich außerdem weiter fort. Vince Russo und Schauspieler David Arquette gewannen beide einmal die WCW Championship, obwohl beide nie zu Wrestlern trainiert wurden oder wenigstens eine imposante Statur hatten. Die Gewinne dienten lediglich dem Promoten von Arquettes neuem Film „Ready to Rumble“, der dann zu allem Überfluss auch noch floppte. Die Glaubwürdigkeit des höchsten Titels war beim Nullpunkt angelangt und zudem schlug auch noch die Ausführung eines Heel-Turns von Goldberg fehl, was dessen finanzielle Zugkraft ebenfalls stark abschwächte. Russo bookte WCW Champion Jeff Jarrett bei Bash at the Beach 2000 zu einem „Lay Down“ für den nachfolgenden Champion Hulk Hogan und hielt danach eine Shoot Promo in Richtung Hogan, was zu dessen Kündigung führte und auch noch eine Klage mit sich brachte, die jedoch ohne Erfolg blieb und 2002 endgültig abgelehnt wurde. Aufgebracht von Russos Handlungen kündigte dann auch noch Eric Bischoff ein letztes Mal im Juli 2000 und ließ das Booking-Team um einen mächtigen Mann schwächer zurück. Beim New Blood Rising PPV am 13. August verließ der verletzte Goldberg das Triple Threat Elimination-Match mit Scott Steiner und Kevin Nash, was natürlich das Script des Matches verletzte und Scott Steiner im Match gegen Nash alleine zurück ließ, welches dieser dann auch gewann. Als Ergebnis von diesen Handlungen ließ man Goldberg mit Steiner fehden und das erste Match der beiden beim PPV [[Fall Brawl99 wurde von Steiner gewonnen. Daraufhin erhob Russo die Stipulation für zukünftige Matches, dass Goldberg bei irgendeiner weiteren Niederlage sofort entlassen wäre. Eigentlich stellte die mögliche Entlassung eine Chance für Goldberg dar, sich von seinen Verletzungen zu erholen, doch da Russo Ende 2000 die WCW endgültig verließ, trat man auch hier auf der Stelle und ließ Nachfolger dessen Nachfolger Terry Taylor mit den Überresten der Fehden alleine. Beim Sin PPV im Januar 2001 verlor Goldberg mit seinem Trainer DeWayne Bruce ein Tag Team Match und wurde folglich gefeuert. Auch der Großteil der weiblichen Wrestler war inzwischen entlassen worden und seit Februar 2001 wurden die WCW Events zudem nur noch in den südlichen Staaten der USA abgehalten.


Versuch des Aufkaufs durch Bischoff/Fusient

Mittlerweile hatte Time Warner den Großteil von Ted Turners Imperium aufgekauft, einschließlich WCW. Turner stellte jedoch immer noch den größten Aktieninhaber bei Time Warner dar und so konnte er deren misstrauische Offizielle trotz großer finanzieller Verluste davon überzeugen, WCW noch nicht abzusetzen, da er der Liga aufgrund des früheren Erfolges und des Etablierens seiner ersten TV Station, WTBS, immer noch loyal war. Als sich jedoch AOL 2000 mit Time Warner fusionierte, wurde Turner aus seinem eigenen Medien-Imperium herausgedrängt. Trotz immenser Bemühungen gelang es WCW einfach nicht, von ihrem Schuldenberg abzubauen und die finanziellen Bürden wogen im Frühjahr 2001 immer schwerer. Die neue vorgesetzte Firma AOL Time Warner war nun außerdem bei weitem nicht so nachsichtig wie zu Turner-Zeiten und sah es als notwendig an, das finanzielle Risiko WCW loszuwerden. Ein Verkauf vollzog sich bereits Ende 2000 beinahe, als Eric Bischoff und eine Reihe privater Investoren, die sich Fusient Media nannten, Interesse anmeldeten. Da jedoch Netzwerk-Vorstand Jamie Kellner bereits jegliches WCW-Programm aus dem TV gestrichen hatte, war die Promotion von keinem Wert mehr für die Investoren und ein Verkauf scheiterte, obwohl laut Bischoffs Autobiographie WCW neue Angebote für einen TV Deal von FOX und NBC erhalten hätte.

Aufkauf durch die WWF

Am 23. März 2001 wurden alle Schutzmarken, die Inhalte der Video-Bibliotheken sowie 24 ausgesuchte Wrestler-Verträge an Vince McMahon und die World Wrestling Federation verkauft – für gerade einmal 3 Millionen Dollar. Da viele der übernommenen Top-Stars ihren Vertrag jedoch immer noch an AOL Time Warner anstatt an WCW direkt gekoppelt hatten, mussten diese ihnen noch jahrelang ihre Gehälter auszahlen und machten Verluste. Der Sender TNT gestattete die Übertragung einer letzten WCW Monday Nitro-Ausgabe live aus Panama City Beach, Florida am 26.3.2001. Vince McMahon eröffnete die Show mit einer Übertragung vom parallel laufenden Monday Night Raw, mit einer selbstverherrlichenden Rede über sich und die WWF. Das letzte Titelmatch der WCW Geschichtete brachte WCW United States Champion Booker T den Sieg über WCW World Heayvweight Champion Scott Steiner ein, ehe im allerletzten Match der WCW-Geschichte Sting Ric Flair besiegte. Dies zeigte zudem die Parallelen zur ersten Ausgabe der Show auf, in der Sting ebenfalls im Main Event auf Flair getroffen war. Nach diesem Match tauchte ein weiteres Mal Vince McMahon auf und erklärte den finalen Sieg über WCW. Kurz darauf tauchte sein Sohn Shane McMahon auf, der dann für den Beginn einer WCW Invasion-Storyline angab, dass er es gewesen sei, der die WCW aufgekauft hatte. Die Storyline zog sich erfolgreich von März bis November 2001. Versuch seitens der WWF, die WCW als parallele Marke zu etablieren, schlugen fehl. Zu tief saßen die Emotionen der Fans aus den Monday Night Wars, sodass beispielsweise die WWF Heels Kurt Angle und Steve Austin bejubelt wurden, als sie das alte WCW Babyface Booker T attackierten. Auch die Ausfüllung des alten WCW Timeslots mit „WWF Excell“, später WWE Velocity hielt sich nicht lange. Es erschienen jedoch ausführlich berichtende DVDs über die Geschichte der WCW, so „The Rise and Fall of WCW“ und „The Monday Night Wars“, die das Erbe der WCW somit noch heute stückweit am Leben erhalten.

Produkte

Monatlich abgehaltene PPVs und Events

WCW Monday Nitro

WCW Monday Nitro war die wöchentlich live ausgestrahlte TV Show von World Championship Wrestling. Erschaffen wurde sie vom Besitzer der WCW, Medienmogul Ted Turner und Executive Vice President Eric Bischoff. Zur Prime Time-Zeit am Montagabend wurde die Show auf dem Sender TNT zeitgleich mit der Konkurrent von World Wrestling Federations Monday Night RAW ausgestrahlt und führte damit zum Beginn der berühmten Monday Night Wars. Die Debütepisode fand seine Ausstrahlung am 4. September 1995, die letzte Episode am 26. März 2001. Die Mondy Night Wars überdauerten ganze sechs Jahre und ließen die beiden konkurrierenden Promotionen hinterhältige Taktiken im Showkonzept entwickeln, die dem jeweiligen Konkurrenten das Rückgrat brechen sollten. Auf diese Weise schaukelte sich der Konflikt immer weiter hoch und Mitte 1996 gelang es Nitro durch die populäre nWo-Storyline für einige Zeit die Oberhand in diesem Konflikt zu gewinnen. Durchgängige 84 Wochen erzielte Nitro höhere Ratings und Zuschauerzahlen als der Konkurrent WWF, doch mehr und mehr begann ihre populäre nWo-Storyline an Brisanz zu verlieren und so übernahm nach diesem Zeitraum die WWF wieder die Überhand. Der endgültige Wendepunkt stellte sich schließlich am 4. Januar 1999 ein, als die Taktik der Company, die aufgezeichneten Ergebnisse der WWF bereits im Vorfeld bekanntzugeben, sich als Eigentor erwies und viele Nitro Zuschauer zum angekündigten Titelgewinn des Ex-WCW Wrestlers Mick Foley den Kanal zu Monday Night RAW wechselten. Ab diesem Zeitpunkt gelangte die WCW nie wieder zu ihrer einstigen Dominanz und dem Erfolg, den sie zuvor gehabt hatte. Neben dem Übertragen aus verschiedenen über das ganze Land verstreuten Arenen wurde Nitro auch in den Disney-MGM Studios in Florida aufgezeichnet. Gelegentliche Jubiläums-Editionen wurden in Panama City Beach, ebenfalls in Florida, aufgezeichnet. Alle Rechte von WCW Monday Nitro liegen nun der WWE vor.

Weitere Shows

WCW Thunder

WCW Thunder war die zweite wöchentliche TV Show der WCW, die 1998 nach dem Erfolg von WCW Monday Nitro ebenfalls einen Sendeplatz bekam, Donnerstagabend auf TBS. Die Premiere erfolgte am 8. Januar 1998, die letzte Ausgabe lief am 21. März 2001. Mit dem Abfall der Popularität der WCW stellte sich auch bei Thunder der Erfolg zunehmend ein und spätestens mit dem Debüt von der Konkurrenzshow SmackDown! der WWF war man im Quotental angelangt, ehe mit dem Ende der WCW auch Thunder ein jähes Ende fand. Alle Rechte für das ehemalige Produkt liegen folglich nun auch dem neuen Besitzer World Wrestling Entertainment vor.

WCW Saturday Night

WCW Saturday Night war eine ebenfalls wöchentlich produzierte TV-Show von World Championship Wrestling, die auf TBS ausgestrahlt wurde. Die Show durchlief mehrere Formate und Namen und existierte in anderer Form unter Georgia Championship Wrestling und Jim Crockett Promotions bereits ab 1971. In seiner endgültigen Form startete es jedoch 1991 und endete 2000. Durch das Debüt von WCW Monday Nitro und WCW Thunder wurde die Relevanz der Show für das Weiterführen und Entwickeln von Storylines jedoch immer geringer, sodass sie als Drittshow der WCW bereits 2000 der kreativen Krise der Company zum Opfer fiel und gekürzt wurde, da man nicht mehr länger in der Lage war, 6 Stunden TV mit Storylines zu füllen und auch finanziell angeschlagen war. Durch den Aufkauf der WWF liegen nun alle Rechte an der Show der WWE vor.

WCW WorldWide

WCW WorldWide war eine weitere wöchentlich produzierte TV Show der WCW, die jedoch gegen Ende kein eigenständiges Programm mehr führte, sondern lediglich aus Rückblicken des aktuellen Programms und alten Classic-Matches vergangener bestand. So war das Füllmaterial leichter zu organisieren und man musste sich kreativ nicht allzu sehr bemühen. Sie wurde auf dem Kanal „Syndicated“ ausgestrahlt und debütierte bereits 1975 unter den Jim Crockett Promotions, ehe sich über die Jahre und viele Formate zu „WCW WorldWide“ wandelte, ursprünglich ein Mix aus Rückblicken auf die Hauptshows und exklusiven Matches aus dem ganzen Land. Letztere wurden jedoch mit der Zeit aufgrund der anhaltenden kreativen Krise eingestellt und man beschränkte sich auf die Rückblicke. Die letzte Ausgabe erfolgte am 21.3.2001, alle Rechte liegen der WWE vor.

WCW Pro

WCW Pro bildete zu Zeiten der WCW Vorläufer-Promotion Jim Crockett Promotions die zweite TV Show neben World Wide Wrestling (später WCW WorldWide). Es wurde ab 1985 bis 1998 auf Syndicated ausgestrahlt, danach bis zu ihrem Ende 1998 auf TBS. Es bildete eine eigenständige Zweit-, später Drittshow, ehe es zur Absetzung aufgrund mangelnder Relevanz kam. WCW Monday Nitro und WCW Thunder bildeten fortan das Grundgerüst der WCW TV-Präsenz und so fiel Pro schlicht weg. Auf TBS wurden weiterhin Thunder und WCW Saturday Night ausgestrahlt. Alle Reche für die ehemalige Show liegen der WWE vor.

WCW Main Event

WCW Main Event war eine TV Show der WCW, die Sonntagabends auf TBS ausgestrahlt wurde. Auch sie wurde unter Jim Crockett Jr erschaffen. Die Sendezeit ermöglichte zudem eine kleine Besonderheit, da sie so bei jedem PPV, der ja ebenfalls Sonntagabends ausgestrahlt wurde, live und von dem Ort des späteren PPVs gesendet wurde. Gezeigt wurden Matches von aufstrebenden Wrestlern und Midcardern. Nach dem Debüt 1988 hielt sich die Show einige Jahre Sonntags, bis sie als Recap-Show mit nur wenigen exklusiven Matches auf Samstagmorgen verlegt wurde und dort dann 1998 ein jähes Ende fand. Alle Rechte liegen auch hier der WWE vor.

WCW Power Hour

WCW Power Hour war eine weitere TV Show der WCW, welche 1989 erst am Vorabend des Samstags ausgestrahlt wurde und schließlich bis zum Sendeschluss 1994 Samstagmorgen ausgestrahlt wurde. Der Sender war der TBS Superchannel. Die Show beinhaltete wie die meisten anderen Shows damals auch Matches von Under- und Midcardern, außerdem war sie Bestandteil des „WCW Gauntlets“. Alle Rechte der ehemaligen Show liegen der WWE vor.

WCW Prime

WCW Prime war eine TV Show der WCW, die von 1995-1997 ausgestrahlt wurde und somit gerade einmal zwei Jahre überdauerte. Sie wurde auf dem Prime Sports Network ausgestrahlt und beinhaltete ebenfalls meistens Midcard-Matches, bis sie ebenfalls hauptsächlich zur Recap-Show mit den Highlights aus WCW Monday Nitro umgewandelt wurde. Aufgrund mangelnder Relevanz kam es 1997 zur Absetzung, alle Rechte liegen der WWE vor.

WCW Clash of the Champions

WCW Clash of the Champions war eine Reihe von TV Specials, die zwischen 1988 und 1997 auf TBS ausgestrahlt wurde. Idee des Ganzen war dabei, alle drei Monate ein TV Special mit einer sehr prestigeprächtigen Card mit viele Titelmatches, die eigentlich der eines PPVs ebenbürtig war, auszustrahlen. Oft waren Stars wie Sting, Hulk Hogan, Ric Flair und Lex Luger die Hauptakteure, sodass man nahezu immer starke Ratings und gut gefüllte Hallen erzielte. Es kam hierbei zu 35 Ausgaben bei 9 Staffeln. 1997 wurde die Serie eingestellt, alle Reche liegen nun der WWE vor.

WCW im Deutschen Fernsehen

Auch dem Fernsehen in Deutschland blieb die WCW nach ihrem Anstieg in der Popularität nicht lange fern. Die deutsche Erstausstrahlung sicherte sich das DSF (heute Sport1) und ging 1993 erstmals mit WCW auf Sendung. Die Ausstrahlung fand meistens Samstags statt und war zunächst recht erfolgreich, jedoch brachen die Quoten um das Jahr 1997 plötzlich ein und die Verantwortlichen verlagerten Nitro auf den Zweitkanal DF1. Bis zur Schließung der Promotion folgten außerdem 2001 auf DSF noch Ausstrahlungen von "Nitro Classics", mit Ausschnitten der bekanntesten WCW-Momente. Auch heute sind einige Momente der WCW noch auf Eurosport in der Vintage-Collection zu bewundern.

Titel

Finale Titel

Frühere Titel

Besondere Eigenheiten

Zumindest zu Beginn ihres Aufstiegs wies die WCW Eigenheiten auf, die sie vom Konkurrenten World Wrestling Federation unterschieden. In seiner ursprünglichen Form, Georgia Championship Wrestling, war die Art des Wrestlings eine komplett andere – im Süden, wo die Liga populär war, auch „Rasslin“ genannt, erwies sie sich viel mehr auf die Athletik und die Qualität der Matches fokussiert als auf die cartoonartigen Charaktere und Gimmicks der Wrestler, wie es bei der WWF der Fall war. Somit fiel es zunächst leicht, Fans zu gewinnen, die ein Gegenstück zu eben diesem Stil suchten und sich mehr für Wrestling an sich interessierten. Über die Jahre und die Wandlungen zu Jim Crockett Promotions behielt man diesen Stil bei und etablierte eine beachtliche Basis an Anhängern, welche die Promotion durch ihre Treue zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die WWF machten. Der damalige Topstar und Booker Dusty Rhodes brachte ebenfalls durch seine Kreativität frischen Wind in die Promotion und setzte Ideen durch, die teilweise bis heute Bestand in der Welt des Wrestlings haben. Eines davon war das sogenannte „Dusty Finish“, welches bis heute bei House Shows verwendet wird. In einem Titelmatch gewinnt hierbei der Face scheinbar gegen den Heel, welcher zuvor der Titelträger war. Der Face wird also scheinbar zum Champion gekrönt, doch bevor es dazu kommen kann, wird die Entscheidung von formellen Entscheidungsträgern wie einem General Manager umgeworfen (eine gängige Erklärung war beispielsweise, dass es sich gar nicht um ein Titelmatch gehandelt hätte). Somit wurde der Face zwar als der Stärkere der beiden Gegner dargestellt, der Titelwechsel jedoch gegebenenfalls bis in die TV Shows aufgehoben (oder gar nicht vollzogen). Mit den Jahren wurde die WCW zu einem solch großen Konkurrenten, dass man der World Wrestling Federation sogar die eigenen Topstars abkaufen konnte. Große Namen wie Hulk Hogan wurden verpflichtet, womit man zwar weitere Fans gewann, jedoch die Richtung des Programms gezwungener Maßen dem Konkurrenten durch die Verpflichtungen dessen Wrestler anpasste und vom athletischen „Rasslin“ abwich. Hierdurch verlor man einige Fans, jedoch behielt die WCW auch in Zukunft zumindest in Teilen der Shows Elemente bei, die sich ausschließlich auf das Wrestling an sich konzentrierten. Ein Beispiel hierfür ist die berühmte Cruiserweight-Division der Liga, die viele Stars aus dem Ausland in die US-amerikanische Mainstream Wrestling-Welt einführte. Namhafte Beispiele sind Jushin Thunder Liger, Rey Mysterio Jr. und Ultimo Dragon. Auch eigene Talente taten sich hierbei hervor, gar spätere Topstars wie Chris Jericho, Eddie Guerrero und Chris Benoit. Auch in dieser Hinsicht war man also dem Konkurrenten durch eine eigene Stärke voraus. In Sachen Storylines machte die WCW ebenfalls von sich reden. Waren es später nur historische Negativ-Erlebnisse durch überlastete Booker wie Vince Russo, die das WCW-TV durchzogen, hatte man Jahre zuvor die Konkurrenz durch die revolutionäre Einführung des Stables nWo jahrelang in den Ratings der Monday Night Wars dominiert. Die Fokussierung auf Stables war eine besondere Eigenheit der WCW, die nach dem Erfolg der nWo auch weiterhin Bestand in den Shows hatten. Man erlebte so unter anderem ein Revival der legendären Four Horsemen und das Erscheinen solcher Stables wie den Talent-Zusammenschluss New Blood oder das Bündnis alternder Stars, den Millionair´s Club. Solche besonderen Stables hatten oft gute kreative Ansätze, brachten jedoch auch meist durch ihre Langlebigkeit dauerhaft keinen Erfolg ein oder wurden gar zum Misserfolg, da sie zur kreativen Stagnation führten (so der Fall bei der mehrere Jahre überdauernde nWo). Die Besonderheiten der WCW wandelten sich mit Beginn der TV-Show WCW Monday Nitro stark zu schlicht sehr ähnlichen Formaten wie denen des Konkurrenten WWF um. Man versuchte nicht mehr, eine anders ausgerichtete Konkurrenz zu sein, die eine völlig eigenständige Alternative zum Programm der WWF bietet, sondern lediglich, diesen mit einem ähnlichen, aber schlicht besseren Programm zu übertreffen. Aus diesem Grund fand die eigene Haupt-TV Show Nitro auch am selben Tag wie WWF Monday Night RAW statt, auch der PPV-Kalender wies mit dem Wrestlemania-Gegenstück Starrcade gewisse Parallelen auf. Man sagte der Konkurrenz also auf diese Art den Kampf an und versuchte mit der Einstreuung eigener kreativer Einfälle die Oberhand zu behalten. Zu diesen zählten auch die Matcharten der WCW.

Matcharten

WarGames

Siehe Hauptartikel WarGames

Das WarGames Match stammte ebenfalls von Dusty Rhodes und erfreute sich in der WCW ähnlicher Beliebtheit wie das Royal Rumble-Match in der WWF, worauf es auch ausgelegt war. In seinen Ansätzen aus alten NWA-Zeiten stammend, wurde es von Rhodes in der WCW neu belebt und eingesetzt. Ursprünglich sollte es in der NWA als Gimmick-Match für das Stable der Four Horsemen dienen. Sein Debüt feierte das Match während der Great American Bash Tour 1987. Das Match beinhaltete meist zwei Teams aus vier-fünf Mitgliedern, die sich in einem Steel Cage gegenüberstanden – in dem sich jedoch zwei statt ein Ring befanden. Es begannen zwei Teilnehmer aus je einem Team, alle fünf Minuten betrat dann ein weiteres Mitglied aus einem der beiden Teams den Ring, um seinen Partner zu unterstützen. Wessen Team den nächsten Teilnehmer hineinschicken konnte, wurde meist per Münzwurf entschieden und lief meistens auf die Heels hinaus, da man dadurch großen Heat erzeugen konnte. Dies wurde fortgeführt, bis alle Teilnehmer im Ring waren. Die Eliminierungen im Match konnte nur durch Submission, Aufgabe bzw. Ergeben und KO erzeugt werden, was das Match meist sehr brutal und blutig werden ließ.

Thundercage Match

Eine Variation des üblichen Cage-Matches seitens der WCW. Basierend auf einer Szenerie im Film „Mad Max“ kreierte man den sogenannten Thundercage, einen Käfig, der zwar kein Dach hatte, jedoch nach oben hin zu einer runden Kuppel gebogen war und als einzige Fluchtmöglichkeit ein kleines Loch als Spitze hatte, durch das die Teilnehmer hinausklettern konnten. Diese Matchart wird noch heute in Mexiko oft als „Domo de Muerte“ gezeigt, auch Total Nonstop Action Wrestling verwendete sie einige Zeit als sogenanntes „Steel Asylum“-Match.

Gauntlet Match

Ebenfalls eine bis heute verwendete Matchart, die bis heute Verwendung im Wrestling findet und in der WCW ihren Ursprung hat, ist die des Gauntlet Matches. Zusammengefasst handelt es sich hierbei um eine Reihe von kurzen One-Fall Matches, die hintereinander ablaufen. Das Match beginnt mit zwei Teilnehmern im Ring, nach Eliminierung des ersten durch Pinfall oder Submission betritt dann der nächste Teilnehmer den Ring, bis der Ansturm geendet hat und der letzte stehende Mann damit den Sieg davon trägt. In der WWE ist diese Matchart auch als „Turmoil Match“ bekannt, in der WCW war sie gerade in den frühen 90ern ein oft benutztes Mittel, um Fehden zu beginnen oder aufzufrischen. So war es oft der Fall, dass ein Babyface eine Reihe von Midcard-Heels bezwingen musste, ehe er am Ende auf seinen eigentlichen Erzfeind, den Top-Heel traf, der ihn dann meist in geschwächtem Zustand bezwingen konnte. Als Variation kann wird das Match auch als Tag Team oder Handicap-Contest geführt.